Hervorgehoben

Willkommen!

Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste

— Susan Sontag

Mit genau diesem Spruch möchte ich gerne meinen Blog beginnen. Ich reise für mein Leben gern und da ist es mir vollkommen gleich, ob es für die Arbeit ist oder privat. Reisen gehört so oder so zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen und dank meines Vaters reise ich seit Kindesbeinen an und sehe so gern, was da draussen vor sich geht. 

Hier möchte ich euch die Welt durch MEINE AUGEN zeigen. Seht, was ich sehe, erlebt, was ich erlebe und wer weiss, vielleicht schaffe ich es, euch zu inspirieren. Und wenn nicht, hoffe ich euch zu amüsieren 🙂

Zu diesem Blog gehört auch mein Youtube Kanal mit dem gleichen Namen, der auch lauter Reisen birgt. Schaut gern rein oder lest Euch durch.

Ich freue mich auf jeden Fall riesig, dass ihr mich besuchen kommt. Meine Tür steht offen, ihr seit sehr herzlich willkommen!

Follow me and see it through my eyes!

Hau Hin หัวหิน – Thailand

In Deutschland ist es derzeit kalt und windig, also habe ich mich kurzfristig entschlossen für eine Woche nach Hua Hin zu reisen! Warum Hua Hin? Ganz einfach! Die Orte, die relativ gut und schnell zu erreichen sind, waren bereits komplett ausgebucht. Also blieb nur noch die Fernreise oder zu Hause bleiben als Auswahl 🙂

Klar entschied ich mich für die Fernreise. Die Suche war easy, erst schauen, wo überall die Non-Stop Flüge hingehen und dann um die Orte herum suchen, ob einem da was gefällt. Raus kam letztlich Bangkok als Flugziel und dann mit dem Auto weiter nach Hua Hin. Nach einem 10 Stunden Flug von München nach Bangkok gings weiter mit einem Fahrer nach Hua Hin. Die Stadt ist ca 200 km von Bangkok entfernt und ist das älteste Seebad Thailands mit heute ca 42k Einwohnern. Bis 1921 war das noch ein verschlafenes Fischerdorf und dann kamen die Eisenbahnschienen, die Bangkok mit Singapur verbanden. Das Railwayhotel, das in diesem Zuge gebaut wurde, sollte nur für die Reisenden sein, doch mit der Eisenbahnverbindung kam natürlich auch der Tourismus an und so wurde das Hotel ein Zuhause für viele Gäste, auch die, die den Zug nicht benutzten. Die Königsfamilie fing an ihre Sommerresidenz 1926 zu bauen und stellte den Palast 1929 fertig. Sie nannten den Palast Wang Klai Kangwon วังไกลกังวล was soviel heissen soll wie Fern-von-Sorgen-Palast. Ab 1933 wurden noch mehr Gebäude dazu gebaut und heute, wenn keiner aus der Königsfamilie im Palast residiert, so ist dieser für die Allgemeinheit sogar geöffnet.

Wir fuhren dann direkt in unser Hotel, die V Villa etwas südlicher vom Stadtzentrum und direkt am Strand gelegen. So sah das bei uns aus, damit ihr Euch orientieren könnt.

Hua Hin hat einen recht windigen Strand, es ist hier also perfekt für die, die gerne kiten möchten! Ich kite nicht, aber mich hat der Wind auch nicht wirklich gestört, weil es am Abend wieder ruhiger wird. Außerdem tut es ja auch recht gut, wenn es sich dann tags nicht so übertrieben hot anfühlt, was es temperaturtechnisch nämlich ist. Tags ca 32° und abends etwa 25°.

Das Hotel ist der absolute Hammer, ich habe mich unendlich verliebt in die Villa ❤️ Zweimal die Woche gibt’s ein BBQ Buffet im Hotel und weil wir grade erst angekommen waren an dem Morgen, haben wir gleich zugesagt. Von Fisch bis Fleisch oder auch für Vegetarier, ist hier alles zu finden! Kostenpunkt fuer Erwachsene sind es 100 Euro und für Kinder die Hälfte. Eine Band spielt den gesamten Abend auch noch nebenher, was ganz schön ist. Manchmal auch lustig, die Thais lieben ja Karaoke und so findet man überall Musiker im Land. In unserem Fall war das eine tolle Sängerin, nur leider war der Gitarrenspieler nicht der beste :-))

Zum Meer hin ist der Weg von der Villa ganz schön und was es dann zu sehen gibt ebenfalls 🙂 Das Hotel hat ein Restaurant und ein Cafe, weil es aber direkt am Strand ist, ist es gar nicht groß problematisch, denn es findet sich sonst alles andere in Fußnähe oder ist per Tuktuk in 5 Minuten zu erreichen.

Wir haben unser Glück dann in der nahegelegenen Bluport Hua Hin Resort Mall versucht und dort etwas zum Lunch gesucht. Es gab so viele Restaurants da drinnen, wir haben uns in das am besten besuchte gesetzt und wurden sowas von absolut nicht enttäuscht. Das Essen war super! Es gab Japanische Speisen, die frisch zubereitet wurden und genauso auch geschmeckt haben.

Das Abendessen sollte dann auch auswärts sein, aber nicht in einer Mall :-)) Nachdem der Floating Market leider nicht die Reviews vorweisen kann, die ich mir erhofft hätte, haben wir uns für einen anderen Markt entschieden. Den Citada Market, 15 min zu Fuß von unserer Villa entfernt. Auf dem Weg dorthin hat uns direkt ein Tuktuk eingesammelt und dann waren wir auch schon nach 1 min dort 🙂 100 / 150 Baht kostet jede Fahrt hier (die Entfernung macht den Preis aus), das entspricht etwa 3,00 Euro / 4,50 Euro. Der Eingang war schon recht imposant, die Buchstaben des Marktes standen riesig auf dem Wasser und rechts davon war ein Amphitheater in dem es auch grade eine Vorführung zu bestaunen gab. Das war ein sehr schönes Willkommen heißen 🙂 Der Markt war total sauber, keiner der einem auf die Nerven ging, die Waren waren schön und teilweise auch richtig kreativ. Aber das ist auch kein Wunder, denn es ist ein Kunst-Nachtmarkt und so findet sich in jeder Ecke auch etwas künstlerisches. Ausserdem noch jede Menge Bekleidung, Accessoires, Spielsachen und natürlich Essen. Die Entscheidung zu fällen ist mir gar nicht einfach gefallen und am liebsten hätte ich bei jedem Stand etwas anderes probiert.

Ach ja zahlen kann man bis auf die Essensstände ganz normal mit Karte oder Bargeld, bei den Essensständen wiederum bezahlt man mit Coupons, die man vorher gegen Geld tauscht. Vermutlich um die Kontrolle darüber zu haben, welcher Stand wieviel Geld macht. Zumindest wäre das interessant, wenn der Markt am Umsatz beteiligt wäre, aber was nun wirklich dahinter steckt? Ich weiss es nicht.

Der nächste Tag sollte ein Golftag werden und zwar wollten wir unbedingt auf dem ältesten Golfplatz Thailands spielen. Der Royal Golf Course. Erst haben wir uns Schläger und Golfkarts gemietet plus 2 Caddys. Die Damen waren recht witzig, sie konnten beide kaum Englisch, aber lustig waren sie dennoch 🙂 Die Kosten sind ordentlich gepfeffert. 2000 Baht pro Golfkart, Greenfee (18 Loch) und einen Caddy und am Ende bekommt der Caddy nochmal 700 Baht als Tip, die Golftasche samt Schläger (leider kein komplettes Set) kostet noch 1000 Baht, also 3700 Baht pro Person, also umgerechnet ca 110 Euro! Und das ist 1. der günstere Platz und 2. haben wir auch noch die Localpreise bekommen 🙂

Der Platz war ooookay, extrem schneller Platz, hat bei meiner Spielweise eher geholfen, hihi. Recht trocken, aber gut, es regnet derzeit auch nicht so und ganz ehrlich es ging echt fein. Ich mochte den Platz ganz gerne. Vielleicht gehe ich hier noch woanders spielen um zu sehen, ob die alle eher so wie dieser sind.

Anyway, danach wollten wir ins Centara Railway Restaurant gehen und sind witzigerweise an diesem Ort gelandet. Das war definitiv das falsche Restaurant, wenn man gleich die Vergleichsbilder sieht 🙂

War aber nicht weiter schlimm, denn zum einen hat es bis hierher ca 5 Minuten zu Fuß gedauert und zum anderen standen wir direkt vor der Pforte des berühmten Hua Hin Nightmarket. Das war ein richtig toller Verlaufen, hier gefiel es uns sehr und wir. wollten auf jeden Fall wieder kommen und was zu Mittag essen oder so. Es war alles so einladend. Eine lange Strasse, die in der Mitte, rechts und links ihre Stände stehen hatte. Klamotten, Schnickschnack und natürlich jede Menge zu Essen. Der Cicada war moderner, aber dieser hier schien mehr local zu sein und genau das hatte mir sehr gut gefallen!

Schliesslich kamen wir endlich im Grand Beach Hotel an, dem Railway Restaurant und yes, dieser Ort wirkte dann doch recht anders als unser erster Stopp 🙂 Letztlich saßen wir in der Lobby nah am Musiker, der schöne Thaitöne klimperte und aßen kleine Snacks. Wichtig ist, immer mit Moskitospray bewaffnet sein! Egal wann, egal wo! Die kleinen Biester sind hungrig und da ist es ihnen wurscht wie heiß oder wie spät es ist! Das Hotel ist aber definitiv sehenswert und bietet viele Ahh und Ohhh Momente und Speiselokale, die mit Sicherheit sehr gutes Essen servieren.

Von dem Grand Beach wollten wir uns noch die Füße etwas vertreten und liefen dann weiter in Richtung unserem Zuhause, da kamen wir dann durch die ganzen touristischen Straßen und Gänge und in dem Moment war mir klar, dass wir wirklich die perfekte Location für unsere Woche rausgesucht hatten. Diese Tourigegenden sind nicht so meins muss ich zugeben. Wir kamen an noch einem Nachtmarkt vorbei und wollten den auch noch sehen, aber uff, der war echt gut runtergekommen. Der Grand Night Market direkt vor einem riesigen hässlichen Hotelbunker…

Krass waren die vielen Vögel, überall Vögel 😳 Hört Euch das mal an! Direkt über dem Markt Eingang.

Nach so viel laufen und sportlicher Betätigung, haha 🙂 entschieden wir uns für einen Hoteltag. Abhängen am Pool und Kaffee trinken im Hoteleigenen Café. Gesagt getan, gab es einen riesengrossen Eiskaffee, yummie 😋.

Aber am Abend ging’s doch raus und zwar ins 15 Minuten entfernte Oceanside Restaurant. Direkt am Strand, sehr schön, aber auch sehr teuer! Das Essen war ganz gut, aber nicht den Preis wert, ehrlich! Grade hierzulande kann man so gut essen, für sehr viel weniger Geld. Noch dazu sind die Servicekräfte sehr langsam unterwegs. Für 3 Vorspeisen, 3 Hauptspeisen, 1 Wasser, 3 Bier und eine Nachspeise haben wir 3600 Baht bezahlt, also ca 105 Euro.

Der nächste Tag sollte wieder ein Hoteltag werden und so fingen wir den auch direkt mal mit einem Frühstück in der Villa an. Leider verstehen sie nicht, was man will und so bringen sie einem viel zu viel zum Essen, was mich dann doch traurig und auch sauer stimmt. Schliesslich wird alles dann weggeworfen und das muss wirklich nicht sein. Sauer war ich vor allem, weil wir mehrfach gesagt haben, was wir wollen und es haben wiederholen lassen. Deswegen fiel auch die Entscheidung, auch wenn das echt Hammer aussieht, das wir nicht mehr in der Villa sondern im Frühstücksraum essen. Aber ich will Euch natürlich das schöne Foto nicht vorenthalten 🙂

Für den nächsten Tag haben wir uns wieder einen Golftag eingeplant und zwar im Black Mountain Golf. Ich war so gespannt, ob dieser Platz so wie der Royal Golf werden würde, aber als wir davor standen, war es ziemlich klar, dass dieser Platz ein absoluter Elite Golfplatz ist.

Auch hier bekamen wir karts, caddies, golf bags mit Schlägern und mussten dann plus der Greenfee sage und schreibe 220 Euro pro Person zahlen! Ordentlich teuer, aber ganz ehrlich, es war ein mega guter Platz und die Caddy Damen hatten den absoluten Durchblick. Nach 18 Loch und ner Menge Lachmomente entschieden wir uns im Chaoley Seafood am Wasser essen zu gehen, aber weil wir noch ein wenig Zeit hatten, wollten wir noch einen Abstecher zum Hua Hin Night Market machen.

So sollte es dann auch sein, es war dann aber eher ein relativ zügiges Durchlaufen, weil wir das Meiste dann doch schon gesehen hatten und kaufen wollten wir nur wenn es etwas wirklich außergewöhnliches geben würde. Also standen wir doch recht bald schon vor dem Restaurant.

Drinnen konnte man sich die Meeresbewohner ansehen und sich ein genaues Bild von seinem Essen machen, bzw sich die Auswahl dann vereinfachen. Das Chaoley ist super bekannt und sehr beliebt. Ein gutes Zeichen ist es, wenn die Einheimischen auch in dem Restaurant essen gehen und genau das war dort der Fall. Ne Menge Touristen, aber auch Einheimische waren dort zu sehen. Das Essen hat sehr gut geschmeckt, ich kann das Restaurant definitiv weiter empfehlen!

Der darauffolgende Tag war unser letzter und da wir in den Nachrichten von der Corona-Ausweitung, damals noch keine Epidemie, gehört hatten, entschieden wir uns, den letzten Tag weitestgehend in der Villa zu verbringen. Nach dem deliziösen Frühstück wollte ich noch einen kleinen Abstecher machen, und zwar zu dem Tempel, bei dem so viele Affen sein sollten. Dem Wat Khao Takiap.

Ich hatte viel Gutes und noch viel Schlechtes darüber gelesen, daher wollte ich mir unbedingt mein eigenes Bild machen. Leider musste ich bei der Ankunft schon den Menschen beipflichten, die sich negativ geäußert hatten, denn in der Tat war das alles andere als ein heiliger Ort. In meinen Augen sollten heilige Orte gepflegt und gehegt werden, aber hier war alles nahezu unberührt und runtergekommen. Wie bei nahezu jeder heiligen Städte müssen die Damen etwas langes anhaben, womit ich bei der Hitze nicht dienen konnte, aber da hatten sie Abhilfe. In einer Box konnte man sich Tücher ausleihen und Geld spenden. Das tat ich und band mir das Tuch um. Dann gings die Stufen hoch. Der Ausblick war fantastisch und der Tempel oben auf der Spitze des Berges war wundervoll von aussen. Aber der Gang nach oben über die vielen Treppen, sah nicht schön aus. Rechts und links davon lag so viel Dreck herum und Fahnen, oder das was von ihnen übrig war, hingen traurig am Geländer entlang. Der Ort scheint niemanden zu haben, der ihn mag 😦 Außer die vielen Affen, es war schon auf dem Weg mit dem Tuktuk zu sehen, dass dort eine heftige Affeninvasion war.

Unser Fahrer wollte uns überreden, den Tieren etwas zu essen zu geben, aber keiner von uns wollte das. Die machten das dann aber dennoch und das war irgendwie befremdlich. Der Anblick erinnerte mich an eine Menge Ratten, denen man Käse hinwirft. Ich kann mir vorstellen, dass das auf Dauer nicht gesund sein kann, die Affen tragen sicherlich jede Menge Bakterien mit sich und die Krankheiten können auf den Mensch übergehen. Daher bitte nicht füttern und nicht versuchen mit ihnen zu spielen. Gefährlich wird’s dann, wenn sie einen kratzen oder beissen und das ist nichts ungewöhnliches. Es wird auch überall davor gewarnt. Ich hatte mir also mein Bild gemacht von dem Tempel und wusste nun selber nur zu gut, dass ich dort nicht mehr hinmöchte und hoffe nach wie vor, dass jemand sich diesen Ortes annimmt und den heiligen Ort wieder aufbaut. 🍀

In der Villa angekommen, bestellten wir uns erst was zum Mittagessen und dann hiess es relaxen bis zum Abend. Wir wollten noch ein letztes Mal am Wasser essen. Und weil jeder in dem Hotel seine eigene Villa hat, ist es recht einfach „alleine“ zu sein, auch wenn man sich im Restaurant des Hotels befindet. Viele entscheiden sich im eigenen Bereich zu bleiben, der einem wirklich alles bietet. Also saßen wir uns in eine der Sitzgelegenheiten in den Einbuchtungen und noch dazu alleine! Nix war los, außer die Band von der Woche zuvor. Die spielten dann letztlich nur für uns, das war wundervoll.

Und so kam also unser Abreisetag an. Ich muss gestehen, ich hatte ein wenig Angst, dass unser Flug annulliert werden würde, wegen dem COVID-19. Im Laufe des vorherigen Tages kamen mehr und mehr Nachrichten rein und eine war besorgniserregender als die andere. Das war eine sehr beängstigende Situation. Uns war aufgefallen, dass sie in Hua Hin und später dann auch am Flughafen mit Atemschutzmasken herumliefen und überall fand man Desinfektionsmittel. An nahezu jedem Stand auf den Märkten und auch in den Restaurants konnte man sich die Hände desinfizieren. Es gab zu dem Zeitpunkt unserer Abreise genau einen Fall von Corona. Da Bangkok, unser Abflugflughafen, ein Drehkreuz für Reisende von überall ist, achteten wir sehr darauf niemandem zu Nahe zu kommen und stiegen auch schon bald in den Flieger. Zum Glück hatten wir einen Direktflug nach München, das machte die Sache etwas einfacher.

Nun, das war die letzte Urlaubsreise, die ich angetreten habe seit Anfang Januar und meine Pläne für Ostern, Pfingsten und den Sommer habe ich gestrichen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fallen sollte und wir aber wieder reisen dürfen, werde ich mir Orte in Deutschland ansehen. Es ist wichtig nach der Krise das Land wieder zu stärken. Wenn das jeder in dem Land macht, in dem er wohnt, können wir sicher wieder eine stabilen Wirtschaft aufbauen. Ich hoffe es zumindest. Ich habe aber noch einen Haufen Orte, über die ich hier weiter berichten kann 🙂

Bleibt gesund und bleibt nach Möglichkeit zu Hause. Je konsequenter wir das durchziehen, umso schneller kann das vorbeiziehen. Passt auf Euch auf und habt Euch lieb. Wir haben doch nur uns ❤️

Südafrika Teil 2

…. Gerade noch pünktlich kamen wir im Restaurant CODFATHER an und genossen den Abend! Das Essen war vorzüglich und ich kann es mit reinem Gewissen jedem empfehlen, der gerne gutes Essen zu sich nimmt und aber auch viel dafür zahlen möchte. Das ist kein Fastfood Restaurant. Hier könnt ihr Euch den Laden mal ansehen und das Menü auf Euch wirken lassen –> https://www.codfather.co.za

Kapstadt bietet einem wundervolle Wanderwege und einer von ihnen befand sich direkt hinter unserem Haus. Wir haben in einer Villa in Camps Bay gewohnt. Am Fusse des Tafelberges und so konnten wir in 3 Minuten bereits auf einem Wanderweg sein. Am ersten Morgen haben wir uns an einen 3,7 km Marsch gewagt. Das war toll. Vor allem wenn man am Ende seiner Kräfte oben ankommt und die Aussicht genießt. Nun, leider war es sehr nebelig an dem Morgen, von daher sah man nicht ganz so viel, aber genug um die Stadt auf sich wirken zu lassen. Anschliessend hatte ich keine Lust mehr irgendwohin zu gehen und so blieb ich zu Hause und chillte bis zum Abend. Wir hatten das wunderbare Glück, dass uns jemand zu Hause das Essen zubereitete, so konnten wir frischen Fisch in der Villa gönnen und nach einer Runde Billard ins Bett gehen.

Für den nächsten Tag war ein kleiner Trip zu den süssen Pinguinen und dem Harbour House angefacht. Also fuhren wir rechtzeitig am Vormittag Richtung Fishhoek um erstmal im Harbor House zu Mittag zu essen und danach rumzulaufen. Das Essen war der Hammer! Ich kann es wärmstens empfehlen!! Es gibt das Restaurant zum einen am Kalkbay und zum anderen (wo ich bisher noch nicht war) an der V&A Waterfront. Letzteres passt natürlich ganz gut, wenn man Lust auf Shopping hat und dann dazwischen mal essen muss. Wobei ich dort noch etliche andere Restaurants empfehlen würde, denn die Location von dem Restaurant am Kalkbay ist einfach unschlagbar! http://www.harbourhouse.co.za

Nach dem Kaffee konnten wir gleich runter auf den Steg und dort den Walrossen hallo sagen. Sie saßen dort total entspannt rum und sahen uns an. Zwischendrin mussten wir immer aufpassen nicht gleich komplett nass gespritzt zu werden, da die Wellen recht stark waren und gegen den Steg schepperten, was eben zur Folge hatte, dass alles nass wurde. Die Tiere waren zuckersüß, aber immer schön vorsichtig sein! Nicht versuchen zu streicheln, das ist zum einen kein Streichelzoo sondern das sind Tiere in Freiheit und zum anderen auch bitte nicht vergessen, das sind wilde Tiere, die sich, wenn sie sich bedroht fühlen, auch angreifen können. Und Hand aufs Herz, es will doch wohl keiner von uns, dass irgendein Fremder uns aus dem Nichts übers Haar streichelt!

Danach gings weiter zur Boulder Penguin Colony. Oh mein Gott, diese Pinguine sind einfach so niedlich! Überall waren sie, unter den Steinen, auf den Steinen, hinter den Bäumen, im Gras, unterm Steg mit und ohne kleine Babypinguine, wohin man sah Pinguine! Am liebsten hätte ich mich zu ihnen gesetzt 🙂 Sie heissen übrigens Brillenpingiune und um sie zu sehen muss man eine Gebühr bezahlen. 40 ZAR für die Kids, das sind ca 2,50Euro und 75 ZAR für einen Erwachsenen, das entspricht etwa 4,70Euro. Also alles bezahlbar. Es gibt sie an verschiedenen Orten dort. Wenn man über den Steg läuft, bleibt man auf dem Steg, man kann aber Richtung Strand laufen und dort im Meer schwimmen oder einfach nur am Strand spazieren, wenn man lieber das Klettern bevorzugt, ist auch das möglich zwischen den Gesteinen. Für jeden was dabei! Und egal wo man dort ist, es tauchen Pinguine auf ❤️🐧.

Übrigens gibt es diese Pinguinart fast ausschliesslich in Südafrika bzw auf den Inseln, die zu Südafrika gehören. Sie sind außerdem in Namibia oder auch Angola zu finden, aber ca. 80% leben verteilt hier zu Lande (und Wasser). Sie ernähren sich von Schwarmfischen und Krebsen, wegen der Fischerei aber geht der Pinguinbestand stetig zurück, weshalb die Tiere auch als gefährdet sind und damit unter Naturschutz stehen.

Des Wanders ist des Müllers Lust und uns macht’s auch tierisch Spass, vor allem wenn das Wetter noch dazu stimmt. Also hiess dann noch ab zum Lion’s Head. Um auf den zu klettern mussten wir dann doch zunächst ins Auto steigen, da sich der, im Gegensatz zum Tafelberg, nicht hinterm Haus befand. Der Berg, der auf afrikaans Leeukop heisst und im Deutschen mit Löwenkopf bezeichnet wird, ist 669m hoch. Zwar ist er nicht so hoch wie der Tafelberg, aber die Aussicht von dort oben ist grandios! Viele bezwingen den schönen Berg auch am Abend, damit sie den zauberhaften Sonnenuntergang einsaugen oder auch noch einen Blick auf die leuchtende Stadt erhaschen können und anschliessend dank der (hoffentlich) mitgebrachten Stirnlampen den Weg heil wieder nach unten finden. Woher kommt eigentlich der Name Lion’s Head? Nun, da gibt es verschiedene Überlieferungen. Die eine Geschichte geht auf die Niederländer zurück, die Mitte des 17. Jahrhunderts die Ureinwohner vertrieben und sich inspirieren liessen von der Sphinx, dem liegenden Löwen mit Menschenkopf und gaben dem Berg so den heute noch immer gängigen Namen. Eine andere Geschichte besagt, dass auf dem Berg Löwen lebten und der Berg daher diesen, in dem Fall, sehr passenden Namen erhielt. Was nun wahr ist oder nicht, das dürft ihr gerne eurer Fantasie überlassen.

Löwen konnten wir nicht entdecken (zum Glück!) dafür aber legten wir einen Weg von 5,8km zurück und stiegen 362m insgesamt hoch. Der ganze Walk dauerte 1Std und 38min. Die Aussicht bringt einen ganz klar immer wieder ins Schwärmen. Würde ich dort wohnen, würde ich mit Sicherheit immer wieder hochwanden und von da oben aus arbeiten.

Nach dem Hike fuhren wir nach Franschhoek zu Freunden. Der Ort gehört zu Stellenbosch und ist ca 60 km in östlicher Richtung von Kapstadt entfernt. Ende des 17. Jahrhunderts siedelten sich ausgewanderte Franzosen dort ein, aber lustigerweise verloren sie schon bald ihre eigene Sprache bzw tauschten sie aus gegen Afrikaans. Das lag an der Gruppe der niederländischen Siedler, die sich eine Farm eingerichtet hatten und die Franzosen passten sich diesen an. Ein Franzose wäre aber nichts ohne seinen Wein und da gab es nichts zum Tauschen sondern eher zum Anbauen. So kann man heute entlang der Weinroute in der Gegend wunderbar köstlichen Wein geniessen und das bei mehr als 20 Weingütern. Für die Nichtweintrinker lohnt sich ein Besuch dennoch, denn die Gegend ist wirklich schön anzusehen.

Wer es gerne vom Look luxuriös und vom Geschmack deliziös mag, dem ist mit dem Restaurant The Bungalow in Clifton geholfen. Die Preise sind wirklich absolut in Ordnung und das was man dafür bekommt ist super. In unseren Gefilden würde man für diese Qualität und die Gesamterscheinung des Ladens bestimmt 3 mal mehr bezahlen! Noch dazu kann man da klamottentechnisch recht gechillt ankommen und muss sich nicht komplett aufbrezeln. http://thebungalow.co.za

Der nächste Tag war einfach nur entspannen in der Villa, in der Sonne liegen, zwischendurch was essen, Billard oder Backgammon spielen oder lesen. Erst am späten Nachmittag habe ich die Mädels ins Auto gepackt und bin mit ihnen zu einem Laden namens Mr&Mrs gefahren. Den kann ich wärmstens empfehlen, es findet sich dort alles mögliche für die Frau von heute. Ich habe ein Cap gekauft von der Marke DEUS (die Marke erinnert mich einfach immer an Bali) Die Girls haben sich auch von Bikini bis hin zu Ketten auch was ausgesucht. Eine Website haben sie nicht, sind aber zu finden in: 801 Kloof St, Gardens, Cape Town. Viel Spaß beim Shoppen!

Zu Essen gab es was im Restaurant BILBOA http://www.bilboa.co.za Auf jeden Fall vorher reservieren, der Laden ist pickepacke voll! Man sitzt oben im 1. Stock und schaut aufs Meer, wenn man am Fenster sitzt, also auch das am besten bei der Reservierung dazu sagen!

Neuer Tag, neue Wanderung! Hoch hinauf hieß es für uns an diesem neuen Morgen und zwar rauf auf den Tafelberg. Am Ende schafften wir es 990 Meter hochzulaufen und 6 km hinter uns zu lassen. Das alles schafften wir in 2,5Std. Der Weg ist recht tricky, es geht rauf und runter und wieder rauf und wieder runter und dann muss man die Felsen ordentlich hochkraxeln, denn so richtige Wege gibt es nicht überall. Zwischendrin kratzen einen die einen oder anderen Pflanzen und man fühlt sich wie eine Bergziege oder eine Gazelle, je nachdem wie schnell oder langsam man ist. Klar ist aber, wenn man oben ankommt, dass man sich fühlt wieder der absolute Bezwinger!

Und richtig süß sind die Felsenratten, die sie dort Dassies nennen. Auf keinen Fall darf man die faulen Dickerchen füttern. Die liegen da rum und bewegen sich kaum, die Augen aber folgen einem dann doch. Kaum hatten wir die pelzigen Tierchen entdeckt, war die Aussicht schon gar nicht mehr wichtig! Aber halt, dachte ich mir dann! So viel gelaufen, so viel geschwitzt und jetzt muss ich das auf jeden Fall genießen! Wir hatten Glück, dass das Wetter fantastisch sonnig war an dem Tag, so dass wir auch einen wunderbaren Blick auf die Bucht hatten. Von da oben konnte man sogar in etwa sehen, wo unsere schöne Bleibe war. Als wir dann sahen, dass da die Gondel nach unten fuhr, entschieden wir uns einen auf einen faulen Dassie zu machen und stiegen da ein.

Unser Mittagessen hatten wir uns sowas von verdient nach all dem Kalorienverbrauch, also aßen wir im La Parada, das zur Harbour House Group gehört und vorzügliche Tapas serviert. http://www.laparada.co.za Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern in welchem der 5 Lokale wir waren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es in jedem einzelnen sehr gut ist!

Für den nächsten Tag stand die Rückreise an, aber weil wir erst am Abend in den Flieger einsteigen würden, wollten wir unbedingt noch, wenigstens am letzten Tag, ein bisschen Kunst erleben, also gingen wir ins Zeitz MOCAA, dem Museum für zeitgenössische Kunst. Das Museum war einst ein Getreidesilo direkt am Hafen recht an der V&A Waterfront. Als Jochen Zeitz, der Deutsche Wirtschaftsmanager und Kenner der Afrikanischen Kunst das Gebäude sah, war das vermutlich Liebe auf den ersten Blick. Hier würde er Sammlung, die er seit 2002 aufkauft, für die nächsten 20 Jahre oder teils sogar auf Lebenszeit präsentieren. Zeitz, der 6 Sprachen spricht, eine davon ist Swahili, betreibt auch eine Farm in Kenia, er ist also bestens ausgestattet mit Wissen rund um den Kontinent. Auf insgesamt 9 Etagen werden nun wundervolle Kunstwerke dargestellt, damit ist es sogar das größte Kunstmuseum, das in Afrika ins Leben gerufen wurde. Der Londoner Architekt Thomas Heatherwick hatte genau das richtige Händchen beim Umgestalten des 95 Jahre alten Gebäudes, das im fertigen Zustand auch ohne Kunst wie ein einziges Kunstwerk wirkt. Im September 2017 öffnete es seine Pforten und nach einem Jahr konnten sie bereits 350Tausend Besucher verzeichnen, was laut Zeitz mehr als doppelt so viele Besucher wie erhofft waren. Das ist doch mal ein Erfolg! Das ist aber nicht alles, das Gebäude ist nicht nur ein Kunstgebäude, sondern es befindet sich auch noch ein Hotel in diesem. Das Luxushotel Silo mit einem atemberaubendem Blick auf den Tafelberg und das Meer! Wenn man die Bewertungen zu diesem Hotel liest, möchte man auf jeden Fall eine Nacht hier bleiben! Der Preis spricht natürlich auch für sich, 2 Nächte für 2 Personen im günstigsten Zimmer sind 2500Euro!

Soviel also zur kurzen Geschichte des Gebäudes und mit diesen paar Kunstbildern verabschiede ich mich von Euch mit meinem Trip nach Südafrika. Ich hoffe, ihr konntet so ein bisschen durch meine Augen sehen und mit mir fühlen. Auf bald!

Südafrika Teil 1

Safari bei Dämmerung

LH574 München -> Kapstadt im März 2018. Reisepässe in der Tasche und vor allem die Geburtsurkunde meiner Tochter, gaaaanz wichtig! Ohne eine Geburtsurkunde (wenn nur ein Elternteil reist, dann im Original und mit Bestätigung des anderen Elternteiles und wenn man gemeinsam reist reicht auch die Kopie der Urkunde) lassen sie einen in Deutschland noch nicht einmal einchecken! So keep that in mind!

Ich war so aufgeregt vor dieser Reise. Vor vielen Jahren war ich schon mal in Südafrika, damals war ich ein paar Tage in Kapstadt und noch auf einer Safari. Weil ich mich an so vieles gar nicht mehr erinnern konnte, markierten wir uns ein paar Punkte auf der Karte und planten 7 Tage für den ersten Teil der Reise ein. Für den zweiten Teil stand Kapstadt an, Eine Woche Roadtrip und eine Woche Kapstadt, eine perfekte Kombination.

Damals in 2006 war ich im Aquila Game Park und war begeistert. Ich wollte wieder hin, aber in Südafrika lebende Freunde empfahlen uns dort nicht mehr hinzugehen. Also suchten wir uns was Neues aus, eine Safari, die wir nicht kannten. Botlierskop Privat Game Reserve sollte es also werden. Wir buchten uns ein paar Tage zuvor eine Hütte dort und die stellte sich als perfekt dar! Bevor wir aber ankamen mussten wir unterwegs noch zu Mittag essen, die Fahrt war laut Navigation mit 4 Stunden und 27 Minuten angesetzt. Wir hielten also nach einer Stunde Fahrt ab Kapstadt auf der Autobahn 2 im Ort Elgin an und gönnten uns richtig gutes und deftiges Essen im „The Hickory Shack“, einem witzigerweise traditionell Texanischem Steakhouse. Mit vollem Magen und dem delikaten Geschmack im Mund gings weiter zum Park. Für alle, die es gerne deftig mögen, ist dieser Ort wirklich super.

Wir staunten echt nicht schlecht, als wir unser Bungalow beziehen durften. Geräumig innen und draussen erst! Die Terrasse war gemütlich hergerichtet und es gab keinen Zaun, der uns von den Tieren trennte. Wir hatten auch noch Glück obendrauf, denn wir hatten das äusserste Bungalow und damit war unser Blick atemberaubend! Direkt auf der Wiese vor uns liefen Nashörner frei rum, wirklich kein Zaun weit und breit, kein Guide, der aufpasst, die Natur und wir mittendrin! Wundervoll!

Und richtig genial wurde es dann nachts! Nichtsahnend wollten wir uns auf die Terrasse setzen und hörten dann plötzlich Fressgeräusche. Es war extrem dunkel, so dass wir erst nicht unseren Augen trauen konnten. Ungefähr 5 Meter entfernt von unserer Terrasse, wie gesagt OHNE ZAUN, grasten die Nashörner, die tagsüber noch in der Ferne zu sehen waren. Mein Herz schlug bis zum Hals und keiner von uns bewegte sich noch nicht einmal ein bisschen, ich glaube kurzzeitig hörte mein Herz dann auf zu schlagen und meine Atmung setzte aus. Zumindest fühlte sich das alles für einen Augenblick so an. Weil ich kein Tier erschrecken wollte (weil mir mein Leben lieb ist 😬), machte ich den Blitz meiner Kamera aus und schoss ein paar Fotos. Wie man sehen kann, sieht man nicht viel, leider. Aber das Tier ist zu erkennen, wenn auch nur ohne Kopf. Der Grund ist, dass die beim Grasfressen immer weiterlaufen und ohne Blitz hat die Kamera Probleme mit der Schärfe bei selbst geringster Bewegung. Es waren 3 Nashörner insgesamt. Das war mal ein richtig abenteuerlicher Start!

Am nächsten Morgen machten wir eine guided Safari, die sehr aufschlussreich war. Zum Beispiel erfuhren wir, dass die Nashörner mit den Zebras und den mit Pferden verwandt sind. Zebras werden da unten in Südafrika donkey’s in pajamas genannt, weil sie ausehen wie Esel. Das wiederum ist auch nicht weit hergeholt, da sie in der Tat mit ihnen verwandt sind 🙂 Bei den Gnus, die ich sehr mochte, sagte der Guide „A face only a mother can love!“ Sie werden als extrem hässlich beschrieben. Ich kann dem nicht beipflichten, aber der Satz hat mich dann doch zum Lachen gebracht. Außerdem haben wir erfahren, dass die Streifen der Zebras im Süden dunkler sind und bis ganz runter an die Hufe gehen, weil es kalt wird und das Schwarz die Wärme speichert. Gelesen habe ich, dass in einer Wärmebildkamera die schwarzen Streifen tags warm waren und nachts aber nicht. 🤔 Fakt ist, dass Zebras sehr niedlich aussehen.

Die Antilopen unten im Bild nennen sie McDonald`s Antilope, weil sie am Hintern das typische M des Restaurants tragen. Wer hat also wohl von wem kopiert 😆 Wenn sie angegriffen werden von Raubtieren, insbesondere Löwen, dann springen die Antilopen alle ganz wild herum und am Rücken flappt die Haut auf und ab. Auf diese Weise irritiert es den Löwen und zudem versprüht die Antilope einen unangenehmen Geruch. Der an sich faule Löwe hat dann schliesslich keine Lust mehr weiter zu jagen und lässt von den Tieren ab. Sehr schlau, zumindest solange der Löwe nicht am Verhungern ist.

Die McDonald‘s Antilope

Der Park ist voll mit Gnus, die übrigens auch Wildebeest heißen und zur Gattung der Antilopen gehören, wenn auch nicht wirklich sichtbar. Gnu nennt man sie, weil sie sich eigentlich selbst diesen Namen gegeben haben, sie rufen nämlich Gnuuuu. Natürlich haben wir auch Elefanten gesehen und Sam kennengelernt. Er sollte getötet werden, aber Botlierskop hat sich seiner angenommen und so darf er nun in dem Reserve in Ruhe weiterleben. Uff, happy to hear!

Man kann mehrere Safaris pro Tag machen, also buchten wir direkt mal 2 Safaris, eine am Vormittag und eine am späten Nachmittag. Nach der Vormittagssafari hatten wir erstmal frei und fuhren in die 40 Minuten entfernte Stadt Wilderness. Dort gibt es das sehr gute Hotel und Restaurant Cocomo, in dem wir zu Mittag aßen. Zeitlich war das eine super Idee und perfekt. Wir kamen pünktlich zurück zu unserer Nachmittagssafari.

Angekommen sprangen wir gleich in den Safari Jeep und bekamen Nilpferde, Sträuße, Giraffen, Nashörner und Löwen zu Gesicht. So wundervoll ❤️

Weil es grade zu dämmern anfing, verschönerte sich die Landschaft auch nochmal ganz schön. Ich bin ja so ein Fan dieses Lichts bei Dämmerung, das wirkt immer so magisch. Wir waren rundum glücklich mit der Wahl des ersten Ziels und freuten uns bereits auf die nächste Etappe, die für den nächsten Tag geplant war. Bevor es ins Bett ging, entschieden wir uns ausserhalb des Hotels zu essen, und zwar im 101 MEADE in George. Mit vollem Magen gings früh ins Bett. Am nächsten Tag fuhren wir in das 40 Minuten entfernte Cinnamon Boutique Guest House in Wilderness (witzigerweise 2 min vom Cocomo entfernt in dem wir zum Lunch waren am Vortag). Ein Zimmer, so groß wie ein Fußballfeld! Wahnsinn! Kostenpunkt bei 126 Euro die Nacht. Hier wollten wir nur die Nacht verbringen und am nächsten Tag wieder die Gegend erkunden.

Keine Reise ohne Essen natürlich 🙂 Lunch gab es in Sedgefield im SEAGE LINKS, das war oookaaay, dann fuhren wir weiter. Ich mag es ja sehr gerne unverhofft irgendwo zu landen und genau so geschah das dann auch. An den Sedgefield Stränden wollten wir uns mal umschauen, was wir sahen war umwerfend. Oh meine Güte, eigentlich könnte ich an jeder Ecke in Schwärmen geraten, aber das war ein besonderer Ort! Lasst es einfach auf Euch wirken!

Weil es bis zu unserem Ziel dann doch recht weit war, bzw wir die Zeit am Strand mit Klettern und Staunen verplempert hatten, entschieden wir uns nach ca 4 Stunden Fahrt in Jeffreys Bay Stop zu machen und im Kitchen Window zu essen. Danach blieb uns noch etwa ne Std bis zur Lodge. Das war toll, direkt am Meer mit reichlich Fisch auf der Karte und spaeter in unseren Mägen 😄 Es war schon dunkel, daher habe ich die Kamera im Auto gelassen 🙈

Wir kamen dann doch recht spät in der Elephant Footprint 👣 Lodge an, aber das war okay, denn Hunger hatten wir eh nicht mehr, so konnten wir uns im Zimmer breit machen und schon bald schlafen, damit wir fit für die nächste Safari sind. Diesmal wollten wir das ohne Guide machen, denn im Addo Nationalpark kann man auch selber mit dem Auto durchfahren, man muss einige wenige Regeln beachten und schon kommt man sicher durch. Sie drücken einem vorher noch einen Bilderkatalog in die Hand auf dem alle Tiere des Parks notiert und abgebildet sind. Der dient dann als Challenge fuer die Leute, die Lust auf ein Spielchen haben. Je mehr man sieht umso mehr Punkte gibt es 🙂 Damit steigert sich die Aufmerksamkeit natürlich und man sucht fokussiert.

Zwei wirklich heftige Momente hatte ich in dem Park! Einmal kam ich um die Kurve geschossen (okay, nicht übertrieben schnell, aber doch schnell genug um die Physik zu spüren beim Bremsen) und mein Herz fing plötzlich an zu rasen, denn uns entgegen kam ein riesiger Elefant zugelaufen. Er sah ganz happy aus und lief schnurstracks zu uns. Weil ich absolut keine Ahnung hatte, wie ich nun darauf reagieren sollte, fuhr ich gaaaaaaanz langsam rückwärts. Ich wollte so wenig wie möglich auffallen und nicht den Anschein machen, dass ich abhaue. Der Elefant kam näher und näher und mein Herz pochte noch schneller. Zu gut kannte ich die Videos in denen ein Elefant mit dem Auto spielt wie mit einem Spielzeug! Ich glaube meine Atmung war im Stopmodus, zumindest hatte ich das Gefühl, dass sie erst wieder einsetzte, als der Elefant dann kurz vor uns entschied nach links zu seinen Elefantenfreunden zu laufen. Vermutlich hatte er von Anfang an den Gedanken, aber wenn so ein Riese (süß aussehend, aber dennoch Riese) auf dich zugelaufen kommt, bist du nicht mehr in der Lage zu denken.

Später erfuhr ich bei einer der Safe Stops (da darf man das Auto ganz offiziell verlassen) von einem Mann, dass man sich nicht bewegen darf mit dem Gefährt, wenn ein Elefant kommt. Dieser denkt nämlich sonst, dass man mit ihm spielen möchte und dann passieren genau diese Bilder, die ich zuvor genannt habe. Gemein ist, dass am Ende der Elefant als böse betitelt wird, dabei war der Mensch einfach nur zu bescheuert. Gut, dass mein Instinkt mir vorgeschrieben hat, mich in einem Schneckentempo zu bewegen und irgendwann ganz stehenzubleiben, so dass es zu keiner Zeit ein Spiel hätte sein können. Uff! Also fragt am besten bei der Einführung in den Park direkt mal nach, worauf man ganz dringend achten sollte und im Fall der Fälle zu tun ist, wie in meinem Beispiel.

Die zweite Begegnung war ungelogen einer der aufregendsten Momente in meinem Reiseleben! Wir standen in der Einöde und in der Ferne waren wieder ein Haufen wundervoller Elefanten. Doch aus dem Nichts und so schnell, dass es keinem von uns aufgefallen war, standen die Elefanten in unserer Nähe und wollten den Weg auf dem wir und noch ein paar wenige andere Autos standen überqueren. Sie entschieden sich genau vor uns rüberzulatschen. So nah, dass ich definitiv nicht mehr atmen konnte. Mein Herz hatte heute viel zu verkraften 😂 und war wohl auch bereits in die Hose gerutscht. Ich hoffte insgeheim, dass keiner der Elefanten auf die Idee kam auf die Haube zu steigen noch meine GoPro (Techfreak eben) wegreisst, die ganz vorne an unserem Auto angebracht war. Als der erste Elefant dann noch kurz stehenblieb und rübersah, da dachte ich ists vorbei mit mir. Ich konnte mich danach gar nicht mehr einbekommen! Es fühlte sich so surreal an, als wenn ich in einem Traum gewesen Wär. Unfassbar! Hier das Video! Und schaut auf den Bauch, da sieht man sogar den Schatten der Kamera!!

Am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück ging’s wieder zurück Richtung Kapstadt. Wir hatten aber noch eine Übernachtung unterwegs spontan gebucht, damit wir nicht 9 Stunden im Auto sitzen. Das nächste Ziel hiess Thesen Island und die Stadt, durch die man dann muss Knysna (ausgesprochen Naisna). Wir waren recht gespannt was uns da erwarten würde und die Spannung war zurecht, denn das war mal was ganz anderes als heute. Diese Insel war mal eine Industrieinsel vor einigen Jahrzehnten noch. Bevor sie zu Thesen Island wurde hiess sie Parden Island. Das alles fing an mit dem Norwegischen Zimmerer Arndt Thesen, der mit seiner Frau und den 9 Kindern 1869 nach Neuseeland übersiedeln wollte. Dummerweise (oder glücklicherweise, wie sich später herausstellte) machte sein Schiff Probleme, so blieben sie erstmal für kurz in Südafrika, doch da es ihnen dort gefiel, entschieden sie sich ihre Zelte nun doch hier aufzuschlagen. 1904 kaufte sein Sohn Charles Thesen Parden Island und errichtete 1922 auf ihr eine Holzfabrik. 1980 wurde sie der Familie Thesen abgekauft, leider erstarb die Firma mit dem Besitzerwechsel. 1991 kam der Amerikaner Dr. Chris Melder auf die glorreiche Idee eine bewohnbare Insel daraus zu machen. Jedes Haus sollte einen Zugang zum Wasser haben, es sollte so natürlich wie möglich sein und die Bestände der Firma müssten integriert werden. Nach diversen Regeln, komplexen Vorgängen und einigen Jahren kam er durch mit der Idee und erneuerte die Insel. Heute erstrahlt sie mit dem Blick auf die Vergangenheit, denn die Maschinen und das Holz sind -wie gewünscht- heute noch Bestandteil vieler Bauten. So auch in unserem Hotel dem „Lofts Boutique Hotel“. Sehr empfehlenswert! Thesen Island ist wirklich sehr schön anzusehen. Schöne Villen, Apartments, süsse Restaurants und Cafés, schicke Boote und Gärten. Selbst wenn man dort nicht über Nacht bleiben möchte, lohnt sich der Weg nach Thesen Island.

Unser Frühstück nahmen wir im Ile de Pain ein, das war deliziös und schlenderten danach ein wenig auf der Insel herum. Von aussen zog es uns in Turbine On Thesen und wir wollten uns ansehen was das das war. Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um ein Hotel mit (wie soll es auch anders sein) Restaurant und einem Pool handelte, das man sogar als Gast mitbenutzen konnte. Also gönnten wir uns noch einen Cappuccino vor dem Mittagessen und ein wenig Wasser auf der Haut bei dem wundervollen Wetter.

Es klingt zwar so als ob wir uns nur von einem Restaurant zum nächsten gehangelt haben, aber natürlich haben wor auch ne Menge Schritte zurück mgelegt, so dass der Hunger den Schritten angepasst war 😂 Auf jeden Fall kam in der Tat nach dem Turbine Restaurant der Hunger und wir wollten ja pünktlich in Kapstadt ankommen, also entschieden wir uns noch auf der Insel zu essen und weiterzuziehen. Auf der Suche blieben wir in einem Fischladen hängen namens Freshline Fisheries. Essen war gut, aber die Wartezeit war ewig. Aber süss sah es dort aus. Ich weiss ja nicht, ob das mit der Wartezeit immer so ist, aber es lohnt sich. Sprich, nehmt einfach mehr Zeit mit und geht noch vor dem großen Magenknurren hin, dann sollte euch die Warterei egal sein.

Uns blieben dann also noch ca. 5 Fahrstunden bis Kapstadt und dort waren wir um 20 Uhr verabredet im Restaurant Codfather. Weil wir unsere Zeit aber auf Thesen Island verplempert hatten (zurecht, es ist wahrlich schön dort) mussten wir ein bisschen mehr aufs Gaspedal drücken.

Ah noch eine lustige (wenn auch der Hintergrund durchaus Ernst ist) zum Ende dieses Teils… In Kapstadt gab es zu dem Zeitpunkt seit ewigen Zeiten keinen Regen und die Menschen hatten Angst vor der Dürre. Also fingen meine Tochter und ich schon einen Monat vor unserer Reise an, einen Regenzanz vorzuführen, damit die Regengötter dies sehen und Regen nach Kapstadt senden. Leider kam nur sehr wenig Regen an während wir im Kreis tanzten und dazu sangen. Doch an jenem Tag, als wir von Thesen Island wieder zurück fuhren nach Kapstadt, grade vor den Pforten der Stadt, fing es doch tatsächlich an zu regnen! Das war ein so wundervolles Gefühl. Danke liebe Regengötter, dass ihr unseren doch sehr peinlichen, aber erstgemeinten Regentanz gesehen und akzeptiert habt!

Wisst ihr wieviele Sprachen in Südafrika gesprochen werden? Es sind sage und schreibe 11 verschiedene Sprachen und alle 11 sind gleichberechtigt. Die Sprachen sind Zulu, Xhosa, Swazi, Ndebele, Pedi, Tswana, Sotho, Venda und Tsonga, Englisch und Afrikaans. Keine Bevölkerungsgruppe soll bevorzugt werden, daher sind sie alle gleich viel wert. In der alten Verfassung gab es lediglich 2 Amtssprachen, diese waren Afrikaans und Englisch. Aber das war mal! Heute lernt man in der Schule mindestens 2 Sprachen, seine Muttersprache und noch eine weitere. Englisch gehört da gar nicht so sehr dazu, auch wenn das die erste touristische Sprache ist. Nach meiner Erfahrung verstehen und können die meisten, selbst wenn es nur etwas ist, Englisch kommunizieren. Am meisten wird Zulu gesprochen, denn die Zulu sind die grösste Bevölkerungsgruppe in Südafrika. Also ab an die Sprachbücher und Zulu und Afrikaans aneignen, denn dann habt ihr definitiv keine Verständigungsprobleme dort 🙂

Ende 1. Teil!

Äthiopien ኢትዮጵያ – Teil 2

Bahir Dar – Addis Abeba

… Den blauen Nil anzusehen war sehr schön, vor allem nachdem wir erfahren haben, dass sich unterhalb der Brücke, über die wir gefahren waren, sich gerne die Nilpferde tummeln würden. Das machte die ganze Situation noch spannender.

Im Hotel angekommen, bot man uns etwas zu trinken an und kleine Snacks. Es war schon recht düster, so konnte man die Aussicht nur erahnen, aber das Wasser konnte man recht gut hören. Das Hotel liegt am Tanasee ጣና ሐይቅ. Im See kann man schwimmen, wenn man möchte (obwohl die Farbe des See’s nicht wirklich dazu einlädt), aber es wird einem abgeraten wegen der Krokodile und Nilpferde, die sich im Wasser tummeln können. Die einheimischen Kinder, die wir am nächsten Tag sahen, schien das allerdings nicht wirklich zu stören und so konnte ich einen Haufen halbwüchsiger beim Planschen beobachten. Sie hielten sich wiederum unterhalb des Hotels auf und waren nur zu sehen, wenn man sich auf den Steg unterhalb des Hotels begab. Unser Ausblick aus dem Zimmer war ganz schön. Zum Zimmer gehört auch ein Balkon, der in Richtung des Wassers schaut. Der Balkon ist sehr geräumig, sogar so sehr, dass da noch ein großes Bett darauf aufgestellt war ohne dass es jemandem im Weg stand. Auf dem ersten Bild sieht man das Zimmer. Aufgehalten haben wir uns kaum auf dem Zimmer, da es recht düster war drin. Es ist zwar im Allgemeinen sehr schön und auf jedem Bett ist ein Mückennetz, sonst fehlt es einem auch an nichts, aber über Licht hat sich keiner Gedanken gemacht. Das scheint generell nicht so deren Ding zu sein.

Der Tanasee liegt übrigens auf ca. 1780m über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstgelegene See des Kontinents und der größte des Landes. An manchen Stellen erreicht er bis zu 14m Tiefe. Eine Fahrt mit dem Boot wird empfohlen, denn es gibt auch hier -wie im Rest des Landes- jede Menge Klöster und Kirchen anzusehen und viel Geschichte zum Anhören.

Wir haben uns am nächsten Tag aufgesplittet. Ein Teil von unserer Gruppe ist auf den See gefahren mit dem Boot und hat einen wundervollen Tag erlebt mit viel Sightseeing, während wir es uns am Pool schön gemacht haben und den Tag genossen haben. Eine Woche Urlaub ist nicht so viel und wenn man nur von A nach B rennt, ist ein Ruhetag natürlich auch sehr wohltuend. Mittags mussten wir dann auch gar nicht groß nachdenken, wo wir essen könnten, sondern wir sind direkt ins Hotelrestaurant und das war eine sehr gute Entscheidung. Es hat fantastisch geschmeckt und einfallsreich sind sie oben drauf die lieben Äthiopier. Aus Weinflaschen machen sie sich Salz- und Pfefferstreuer 🙂

Vorsicht vor den Insekten im Wasser, wir wurden allesamt gebissen von irgendwelchen Wasserspinnen. Nix passiert, aber wie bei Mückenstichen wurde es an der Bissstelle rot und es juckte. Daher ist es auch immer gut ein Insektenspray mit dabei zu haben, allein schon wegen der Mücken! Es sind nicht so übermäßig viele wie meinen meinen würde, aber wir wissen ja alle, eine einzige kann einen bereits in den Wahnsinn treiben.

Unsere Freunde waren so lieb und haben für mich extra ein bisschen was dokumentiert auf ihrem Bootstrip und hier sind die Eindrücke, die ich hier veröffentlichen darf 😊

Am Abend, als wir dann alle wieder anwesend waren und geduscht und uns frisch gemacht hatten, wollten wir nicht im Hotel essen sondern lieber etwas spannendes erleben. Also sind wir in ein Lake Shore Restaurant in Bahir Dar, das uns empfohlen wurde und haben dort den Fisch gegessen, den der Ober (ich glaube generell jedem) angepriesen hat. Drinnen sitzen war keine Option, es sah super kühl aus und ausserdem saß niemand drinnen. Also entschieden wir uns für die Variante draussen. Wir hatten uns das alle ein bisschen anders vorgestellt… Wir saßen dann alle nebeneinander, wie die Hühner auf der Stange, und sahen in die Dunkelheit. Es gab kein Licht, ausser das Licht im Innenbereich und da wir mit dem Rücken zum Restaurant saßen, konnte es unmöglich heller werden. Der Ober kam dann auch schon recht flott mit unserem Essen, das noch brannte, was ziemlich cool aussah und präparierte jedem seinen Fisch. Geschmacklich war das echt absolut fein. Das Restaurant scheint tagsüber aber eher sehenswert zu sein und dann macht sogar Sinn nebeneinander zu sitzen, da der Blick direkt durch die Bäume auf den Tanasee gerichtet ist und man vor sich hin träumen kann 🙂

Feuriger Fisch mit Gemüse und Reis
Okay, optisch nicht der Brüller, aber geschmacklich sehr gut!

Da es weder Musik noch spannendes zu erleben gab wurden wir schon bald müde und entschieden uns lieber nochmal im Hotel einen Drink zu nehmen und dann schlafen zu gehen. Der nächste Tag war dann unser Abreisetag. Allerdings erstmal nur zurück nach Addis Abeba um dann dort schließlich noch 2 Tage zu verbringen, bis es wieder ganz nach Hause gehen sollte.

Ein Geständnis… Ich habe mich irgendwie in dieses Land verliebt. Okay, ich habe bereits sehr oft in meinem Leben gesagt, dass ich mich in ein Land verliebt habe, aber wer sagt denn auch, dass man in nur ein einzelnes Land verliebt sein kann und nicht in mehrere? Die Liebe die der Natur, den Kulturen, den Ländern oder Städten gilt nutzt sich ja schliesslich nicht ab, also geht das auch finde ich 🙂 Ach und da fällt mir was ein! Hatte ich bereits erwähnt, dass mich die Strassen von Äthiopien immer so ein wenig an die Bilder von Monet erinnern? Falls nicht, so ist es. Natürlich sind die Damen ganz anders angezogen und ihre Haut ist dunkler, aber als ich das erste Mal an den Strassen schlendernde Mädels mit ihren Sonnenschirmen und den langen Kleidern sah, fielen mir sofort die Bilder ein auf denen diese schönen Frauen in der Sonne stehen oder gehen oder sich angeregt unterhalten. Hach ja, Fantasie ist einfach etwas Schönes. Man sollte sich -finde ich- nie abgewöhnen in Gedanken abzudriften.

Nach der schönen Fahrt zum Flughafen in Bahir Dar gings wieder zurück nach Addis Abeba. Dort durften wir wieder in der Englischen Botschaft nächtigen, was ganz schön war. Wundervolle Bäume, ein kleiner Wald, der, wenn man ihn bis oben durchläuft einen sehr schönen Ausblick ermöglicht. Überall waren Schildkröten, riesige Exemplare und so niedlich. Also haben wir erst die Gegend erkundet in der Botschaft und sind dann in die Stadt zum Kaffeetrinken. Kaffee kommt aus Äthiopien und daher sollte man auf jeden Fall vor Ort einen getrunken haben. Jetzt bin ich nicht der riesige Fan von Kaffee muss ich zugeben, dennoch aber haben ich ihn probiert. Mich hat es fast aus den Socken gehauen, der war so stark! Eieiei, ich brauche ihn nicht, aber für alle Kaffeefans kann ich sagen, geht in den gleichen Laden wie wir, denn das muss man gesehen haben! Und wer weiss, vielleicht schmeckt er Euch?

Anschliessend wollte ich gerne noch in die St. George Gallery, die uns von unseren dort lebenden Freunden empfohlen wurde. Gesagt getan! Die Kunstwerke, die Textilien und die Möbel waren wunderschön und toll präsentiert. Ein bisschen fühlte sich das an wie in einer privaten Bleibe. Auch wenn ich letztlich (auch wegen der extrem überteuerten Preise) mich entschied nichts zu kaufen, kann ich die Galerie wärmstens empfehlen! Anschliessend gings in einen Krimskrams Laden in der Nähe, der mindestens genauso sehenswert sein sollte wie die Galerie, allerdings etwas anders bestückt wäre. Na, das wollte ich sehen, was dieser Laden so zu bieten hatte. Wir ließen also die schöne Galerie hinter uns, um dieses andere Geschäft zu sehen und es wurde uns in der Tat nicht zu wenig versprochen! Ich kaufte nichts, aber fand’s wirklich sehr witzig, was es da so alles auf einem Haufen gab und fragte mich, ob der Besitzer Zeitreisen unternehmen würde, um all diese Dinge zusammenzuklauben. Da waren Kameras aus den 30er oder 40er Jahren, Skulpuren, die älter als die Menschheit aussahen, Bilder, die nicht jünger als 200 Jahre als sein können, Schmuck und Möbel ohne Ende und dann war aber alles so vollgestellt, dass man sich erstmal überall durchwühlen musste, um die Schätze zu finden. Total spannend!

Ein kleiner Blick in den Laden

Einen Zwischenstopp machten wir in einem Cafe, das in der oberen Etage, dem „Mela Souvenir Shop“, auch Tücher und Kleinigkeiten zum Verkauf anbot. Während wir also auf unsere Bestellung warteten, suchten wir direkt ein paar Geschenke raus für Freunde. Karten, Lesezeichen, Schals, alles in einem Abwasch und schön noch dazu. Zurück in Deutschland erfreuten die Geschenke auf jeden Fall unsere Freunde (ich hoffe ehrlich, haha)

Sowohl essens- als auch kaffeetechnisch war das für mich das beste Cafe gewesen. Die Atmosphäre eher kühl, aber die Einrichtung sehr schön, die Mitarbeiter sehr zuvorkommend und nett und draussen die Malereien und Graffitis auch super ansehnlich. Alles in allem sehr empfehlenswert!

Das Abendessen, sorry hier gehts grad nur noch ums Essen, aber das ist ja im Urlaub oft der Fall, fand in einem der besten Italiener statt – dem Castelli Restaurant. Lustig, die Art des Restaurants. Man kommt rein, wird gesetzt, bestellt sein Getränk und geht wieder vor Richtung Eingang, wo die Vorspeisen aufgebaut sind, nimmt sich dort seinen Vorspeisenteller und drückt ihn dann mit all seinen ausgesuchten Vorspeisen dem dahinterstehenden Mitarbeiter in die Hand. Dann geht man wieder auf seinen Platz, bestellt seine Hauptspeise und bekommt schon bald den Vorspeisenteller, von dem man keine Ahnung mehr hat, ob das seiner ist, weil alle etwas ähnliches ausgesucht haben. Haha! Aber geschmeckt hat alles dann super und die richtigen Teller sind dann auch bei den richtigen Personen gelandet 🙂

An unserem letzten Tag haben wir uns dann noch 2 Dinge vorgenommen, zum einen stand Museum auf dem Programm und zum anderen ein (was sonst) Abschlussessen und zwar der Äthiopischen Art. Darauf war ich ultra gespannt und konnte es den ganzen Tag kaum aushalten, das Restaurant endlich zu sehen. Der Plan aber war, erst zu Hause entspannen, dann Lucy ansehen gehen (ich erzähle gleich wer das ist bzw war), dann packen und ready steady go ins Restaurant. Der Flug war erst gegen 23 Uhr, was natürlich perfekt war, um den Tag noch vollends auskosten zu können.

Das Äthiopische Nationalmuseum ist definitiv eine Reise wert, denn auch wenn das Museum an sich sehr überschaubar ist und die Kunst sowie die Objekte keine Ah’s und Oh’s aus einem herauslocken gibt es doch einen Fund, der dies tut. Es ist Lucy, der erste Mensch, der vor ca. 3,2 Millionen Jahren im Afar Dreieck in Äthiopien gefunden wurde. Der US-Amerikanische Paläoanthropologe Donald Carl Johanson machte am 30.November 1974 im Osten des Landes den Fund seines Lebens und die Beatles gaben der Dame den Namen. Natürlich nicht bewusst, sondern die Wissenschaftler hörten zu dem Zeitpunkt den Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ und so kam das Mädchen quasi wieder auf die Welt mit einem neuen Namen. Man sagt, dass dies der Ort ist für den Beginn der Menschheit, da man in der Region sehr viele Knochen und Funde, die auf die Menschen vor Millionen von Jahren zurückzuführen, gefunden worden waren. Was man im Museum zu Sehen bekommt ist nur ein Replik des echten Skeletts, aber das macht nichts. Wir wissen ja alle, dass es zum Schutz der Knochen ist, dass sie besser woanders aufbewahrt werden.

Der Rest des Museums gab Aufschluss darüber, wer wann regiert und wie ausgesehen hatte und auch wie die Menschen in Äthiopien gelebt hatten. Ihre Kunst natürlich und worüber ich sehr lachen musste, ist die „grosse Liebe zum Detail“ beim Aufhängen der Kunstwerke 😂

Mir hat es im Museum sehr gefallen, auch wenn es nicht wirklich liebevoll wirkte, finde ich war doch viel Gefühl dabei. Man ist eben immer nur das gewöhnt, das man von Kindesbeinen an kennt und dabei kommen einem die anderen Dinge oft falsch vor. Aber genau dieser Gedanke ist falsch! Man muss alles so betrachten, wie die Einheimischen es machen und schon stört es einen nicht und man betrachtet es mit anderen Augen.

Nachdem wir Lucy nun also kennengelernt hatten, unsere erste Vorfahrin, gab es auch viel Stoff zum Reden bis wir daheim wieder ankamen, um uns für die Reise fertig zu machen. Alles vorbereitet und drapiert knurrte der Magen auch schon im rechten Moment und wir gingen zum traditionellen Restaurant namens Rashen Terara. Wie aufgeregt ich doch war! Der Eingang gefiel mir und der Raum in dem wir saßen, den fand ich toll. Wir hatten kleine Tischchen vor uns mit Tabletts obendrauf und bestellten das saure Brot mit allen möglichen Äthiopischen Leckereien drauf. Dazu gab es Tänze und Gesang, die einen sofort mit jeder Menge guter Laune ansteckten. Alle lachten und waren fröhlich, wir natürlich auch.

Diese Künstler versprühten so viel positive Energie, dass man nahezu jeden in dem Raum zappeln sah, wenn auch nur ein bisschen bei manchen und bei anderen wieder mehr, fast alle wurden mitgerissen von der Musik und den Darstellern. Das Beste kam dann zum Schluss, kurz bevor wir gehen mussten. Die Tänzerin, die zuvor ihren Tanz aufgeführt hatte, fing plötzlich an die Gäste aus der Reserve zu locken und zum mittanzen zu verführen. Ich bin jetzt nicht so extrovertiert, wenn es ums Tanzen vor Leuten geht und meine Tochter auch nicht, aber selbst wir waren so geflasht von dieser Atmosphäre und machten einfach mit. Peinlich gab es in dem Moment einfach nicht! Und hier ist der Beweis 😬

Das Essen war auch der absolute Hammer, auch wenn ich nicht der grösste Fan des sauren Brotes bin, hab ich mich ultra vollgefuttert, weil diese Leckereien auf dem Tablett einfach zu deliziös waren.

Alles in allem war die gesamte Reise zwar kurz, aber wir haben so viel erlebt in der kurzen Zeit, dass es sich wie 2 Wochen angefühlt hat. Wir haben das Land auf eine so wundervolle Art und Weise kennengelernt, einfach traumhaft!

Thank you so much Vivi & Christian! You guys are awesome, thanks for showing us Ethiopia this way. We love you!

Das war Äthiopien durch meine Augen 🙂 – November 2019

Fotos und Videos sind von mir, meinem Mann und unseren Freunden. Ich habe die Erlaubnis diese zu veröffentlichen, sonst aber niemand. Daher bitte nicht rauskopieren!

Äthiopien ኢትዮጵያ – Teil 1

Simien Nationalpark – Gonder

Simien Mountain National Park

Es war Ende Oktober, als wir in unsere Lufthansa Maschine von Frankfurt nach Addis Abeba bestiegen. Das Wetter hierzulande war mäßig bis kalt und eher verregnet. Das zu erwartende Wetter in Äthiopien war nicht sehr viel besser, also haben wir uns warme Klamotten mitgenommen. Zum Glück wie sich später herausstellte. Es kann schon recht zapfig werden dort.

Meine Freunde und Bekannte fanden unser Ziel toll, aber viele wussten nicht wo genau Äthiopien liegt. In Afrika war klar, aber wo genau da? Und falls ihr euch das auch gefragt habt, habe ich hier eine Karte, die das erklärt. Das Land ist oberhalb von Kenia und Somalia. Unterhalb von Eritrea und Sudan, wobei der Sudan sich auch rüber in den Westen streckt. Weiter südwestlich ist der Südsudan zu finden und im Osten grenzt Äthiopien an Dschibuti. Das Land hat kein Meer, das war dann meist die 2. Frage oder aber ob da nicht eine schreckliche Armut herrsche.

Ja, die Bilder sind uns noch im Gedächtnis aus Mitte der 80er Jahre, als die US Stars „We are the World“ gesungen haben. USA for Africa hiess das Projekt damals und wurde ein absoluter Hit. Über 20 Millionen Singles wurden verkauft! Äthiopien ist nach wie vor arm, aber das Land hat sich weiter entwickelt und tut das auch weiterhin.

Die Menschen leben zu 70% von Land -und Viehwirtschaft, es regnet regelmässig, so dass die meisten Regionen auch glücklicherweise wenig Wasserprobleme haben und die Regionen, die es haben, für die versucht man nach und nach Lösungen zu finden. Bleibt zu hoffen, dass die Dürre fern bleibt!

Die Gesundheitspolitik hat sich verändert und dadurch müssen Kinder nicht mehr sterben. Der Altersdurchschnitt des Landes liegt bei unfassbaren 17 Jahren! Es gibt unfassbar viele Geburten. Früher bekam man viele Kinder, weil durch die fehlende Gesundheitspolitik Babies reihenweise starben und dementsprechend bekamen die Frauen mehr Kinder. Doch heute brauchen sie das nicht mehr machen, sie brauchen nicht mehr die Befürchtung haben, dass sie ihre Kinder verlieren. Die Menschen in den dörflichen Regionen müssen besser aufgeklärt werden. Das klingt für uns undenkbar und kalt, wenn wenn ich das so schreibe, aber das ist die Art der Denke in Äthiopien. Aber auch bei dem Thema ändert sich etwas. Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen. 

Ich muss sagen ich mochte Äthiopien schon bevor ich dort war. Warum kann ich gar nicht erklären, aber ich konnte es kaum erwarten dorthin zu reisen. Endlich angekommen hat sich das Gefühl auch schon gleich bestätigt! Überall lieb schauende und freundliche Menschen, als wenn man sich kennen würde. Und die Atmosphäre, ja auch die war spürbar schön. Das Land strahlte direkt viel Energie auf mich aus.

Die Amtssprache ist Amharisch, wobei das für die meisten Bürger des Landes nicht stimmt, denn Amharisch mag zwar die offizielle Amtssprache sein, jedoch wird Oromo weitaus öfter gesprochen. Das rührt noch aus der Salomonischen Dynastie zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Sie galt als die Sprache der Könige und wurde so weiterverbreitet im Land. Die afroasiatische Sprache Oromo würde mir persönlich zumindest in der Schreibweise gut gefallen, die ist nämlich in lateinischer Schrift :))

Wieviele Einwohner hat Äthiopien etwa? Ich verrats Euch! Über 100 Millionen Menschen bewohnen das Land, ganz zu schweigen von den zusätzlichen Millionen Flüchtlingen, die sie aufnehmen. Addis Abeba hat etwa 6 Millionen Einwohner, offiziell sind es weniger, aber inoffiziell kommt die Stadt etwa auf diese Zahl.

So und nun ENDLICH zur Reise!

Wir sind erst einmal nach Addis Abeba አዲስ ፡ አበባ geflogen von München aus. Nach entspannten 7 Stunden sind wir in der Hauptstadt angekommen und wurden direkt von unseren Freunden abgeholt und in die Englische Botschaft gebracht. Da unsere Freunde für die Botschaft arbeiten durften wir bei ihnen bleiben. Auf dem Gelände konnten wir uns allerdings erstmal nicht umsehen, da es schon spät war. Ausserdem stand die nächste Reise bereits auf dem Programm… Also hiess es schlafen und früh morgens wieder ab zum Flughafen. Es gab leider keine späteren Flüge, was aber nicht weiter schlimm war, denn der Frühe Vogel und so.. ihr wisst schon.

Jetzt fragt ihr euch sicher, wo die Reise dann hin ging 🙂 Es ging nach Gondar ጎንደር (auch Gonder), eine der früheren Kaiserstädte Äthiopiens, eine wahrhaftig historische Stadt, zu der ich aber erst später nochmal zu sprechen komme. Denn für uns war die Reise dort nicht zu Ende, sondern es ging direkt weiter in den Simien Nationalpark, der 2 Stunden Autofahrt entfernt von Gonder ist. 

Wir hatten uns vorher bereits einen Jeep mit Fahrer (260 USD für 5 Tage) organisiert, der sich in der Region bestens auskennt, damit wir keine Zeit verlieren. Ihr müsst wissen, wir hatten lediglich 1 knappe Woche geplant, weil die Schulferien uns einen längeren Aufenthalt nicht ermöglicht haben. Angekommen an der Pforte des Nationalparks mussten wir erst mal klären wieviele Guides und bewaffnete Wächter wir brauchen und von wann bis wann. Die Eintrittsgebühr betrug 740 Birr (ca 22 Euro) pro Person und für die bewaffneten beiden Guards und den Guide haben wir insgesamt 4800 Birr bezahlt (ca. 150 Euro), was für Äthiopische Verhältnisse extrem teuer ist, aber die Kosten fliessen zum grossen Teil auch direkt in den Park. Diese bewaffneten Aufpasser muss man dazu buchen, wenn man sich in dem Nationalpark aufhält, da man tatsächlich nirgendwohin laufen darf ohne Schutz. Um die Lodge herum ist es okay, aber bei Wanderungen sind sie mit von der Partie. Es gibt Leoparden und Wölfe in dem Nationalpark und denen wäre man schutzlos ausgesetzt. Ich muss ja gestehen, ich hatte mehr das Gefühl, dass das eher eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, da selbst die Einheimischen sagen, dass man die eigentlich nicht bräuchte. Im normalen Leben sind die das gesamte Jahr über Farmer und wenn da oben Saison ist, werden die Leute für einige Wochen gebucht. Aber gut, wenn der Park die Menschen dafür bezahlt ist das ja auch fein.

Während einer von uns sich um das Organisatorische kümmerte, konnten wir draussen auf der Strasse eine Bürgerbewegung sehen, die einem eher Angst macht. Später erfuhren wir, dass dies der Gang der Bürger sei, um für den Ernstfall (Bürgerkrieg, Aufruhr jeglicher Art) zu üben. Sie versammeln sich wohl 1 Mal im Jahr und gehen ihre Themen durch. Sie wirkten zwar friedlich, dennoch aber fühlte es sich beunruhigend an!

Nach all der Aufregung durften wir dann endlich rauf auf den Berg. Genauergesagt auf die LimaLimo Lodge auf 2900 Meter über dem Meer. Oben in den Bergen gibt es die noch ca 300 Meter höher gelegene Simien Lodge, damit die höchste Lodge Afrikas, aber unsere Wahl war die Bessere, finde ich auch revuepassierend 🙂

So kamen wir in dieser unglaublich schönen Lodge an und waren allesamt begeistert. Der Nebel hing leider an dem Tag recht tief, als ich die Fotos gemacht habe, aber dennoch sieht man wie atemberaubend es da oben ist. Ich muss gestehen, ich hab die Höhe nicht so wirklich gespürt, aber es gab unter uns schon den einen oder anderen, der sehr müde war und mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte. Für eine Nacht zahlt man ca 350 Euro die Nacht, das lohnt sich aber auch wirklich! Das Abendessen wird einfach serviert, sie fragen vorher nach Unverträglichkeiten und dementsprechend bekommst du dann dein Essen. Meine Tochter hat eine Karottenallergie und nach dem Essen wollten wir dann auch eine Allergie haben, denn ihr Essen war immer extrem viel besser 😂 Es ist mehr so eine Hausmannskost, die sie einem vorsetzen. Ich hab dann zum Frühstück und Abendessen literweise Ginger-Tea mit Honig getrunken, davon konnte ich nicht genug bekommen. Am Abend geben sie einem Wärmflaschen mit, aber man muss danach fragen und diese Wärmflaschen sind wichtig, denn die Behausung, so schön sie auch ist, so kalt ist sie in der Nacht. Am ersten Morgen sind wir mit einem kalten Gesicht und kalten Hals aufgewacht, weil wir zuvor natürlich unwissenderweise nicht nachgefragt hatten, den Fehler haben wir am 2. Abend dann aber nicht gemacht. Es gibt auch eine Heizung im Zimmer, aber sie heizt nicht so, wie man es glauben würde.

Gleich nach der Ankunft wollten wir aber noch unbedingt was sehen und nicht einfach nur rumsitzen, die Kinder wollten lieber in der Lodge bleiben und wir entschieden uns einen schönen Wanderausflug zu machen. Ohne die Guards darf man sich im Nationalpark nicht auf die Wanderschaft begeben, ausser man rennt echt nur um die Lodge herum.

Auf dem ersten Bild sieht man die Ausgangsposition. Dann gings über Stock und Stein und irgendwie hab ich auch gar keine Erinnerung mehr, wie lange wir da gelaufen sind, ich weiss nur, dass es so atemberaubend war. An jeder Stelle wollte ich die Energie einsaugen und für immer dort bleiben. Einfach wundervoll, zauberhaft und magisch dieser Ort. Der Geruch ist auch fantastisch gewesen! Ich hatte immer mal einen Salbei- oder Thymiangeruch in der Nase. Aus all den Pflanzen machen sie sich auch ihre Medizin oder sie waschen ihre Wäsche mit der Frucht einer bestimmten Pflanze. Sie sieht aus wie ein Miniatur eines Eichenbaumes. Und sie waschen ihre Wäsche auch wirklich am See oder Fluss.

Überall Ziegen, Pferde, so viele Vögel, viele Tiere. Wunderbar. Und plötzlich saßen sie da, meine absoluten Lieblingsexemplare ❤️. Das Alpha-Tier saß an der äusseren Kante des Berges und ich war einfach nur fasziniert von diesem Affen mit dem roten Herz auf der Brust. Die Geladas gibt es übrigens ausschliesslich im Hochgebirge Äthiopiens, sonst nirgendwo anders. Man nennt sie auch Blutbrustpaviane (the bleeding heart monkeys), wegen der sichtbar roten Herzform auf der Brust. Sie ernähren sich nur von Gräsern und sind äusserst friedlich. Fast schon gelangweilt.

Gefangen in der Wildnis

Der süsse Gelada! Ich war sofort verliebt, als ich ihn gesehen habe. Bei Affen sehe ich immer aus wie dieses verliebte Emoji mit den Herzaugen 😂 😍 Ich musste gleich die GoPro zücken und Hi sagen 👋 !

Am Ende unseres Spazierganges konnten wir von der anderen Seite die Lodge sehen, das war auch ganz lustig. Weil wir die Kids von der anderen Seite quieken haben hören können, dachten wir uns, dass wir doch einfach mal rüberrufen können. Gesagt getan, haben die uns später gesagt, dass sie uns sogar gehört haben .

Später nach dem Abendessen schien sich dann die Höhe doch bei allen bemerkbar zu machen, so dass wir früh müde wurden. Der Weg vom Restaurant der Lodge war zwar immer beleuchtet, aber ne Lampe im Schlepptau ist dennoch sinnvoll.

Der nächste Tag im nebelumschlungenen Simien Park

Um 8:30 gings zum Frühstücken, dann erst noch kurz auf die Terrasse, denn vom Frühstück aus konnten wir Vögel sehen und ich wollte wissen wie die aussehen. Es waren jede Menge Raben, die sogenannten Thick-billed Raven und dann noch Adler noch und nöcher. Die Raben machen einen lustigen Sound, sie klingen wie als würden sie gurgeln und gleichzeitig piepsen wollen. Danach gings ab in den Jeep. Wir wollten auf den Ras Dashen (4500m), dann einen Wasserfall auf uns wirken lassen und noch mehr Geladas sehen 😍. Auf dem Weg konnte man jeden von uns immer schon laut „aaaahhh“ und „ooooohhh“ und „schau mal“ rufen hören. Hier ein paar Eindrücke für euch!

Es ist ein wahrlich schönes Land! Nationalparks in Äthiopien sind etwas anders, als sonst. Hier gibt es eine richtige Infrastruktur. Schulen, Kioske, ne Menge Dörfer und die Menschen, die auf ihren Farmen leben natürlich. Kinder gibt es so viele und nicht alle gehen leider in die Schule. Das versuchen sie zu ändern, in dem sie mehr Schulen versuchen aufzubauen, damit die Kinder diese erreichen können.

Die Äthiopier sind überwiegend orthodox. Sie haben auch viele orthodoxe Kirchen, die rund gebaut werden oder als Achteck. Das Oktogon soll an die Arche Noah erinnern, so ließ es zumindest unser Guide Awoke verläuten. Wenn man nach dem geschichtlichen Hintergrund eines Oktogons geht, landet man in der Antike, in der das Achteck für die Vollkommenheit stand. Fakt ist, dass diese Kirchen sehr schön aussehen. Eine ganz besondere ihrer Art haben wir in Gonder besucht, aber dazu später mehr!

3 Stunden nach dem wir losgefahren wahren, erreichten wir endlich einen wunderschönen Platz mit vieeeeel Auslauf für die Tiere und dann konnten wir sie sehen! Es müssen Hunderte von Geladas gewesen sein an dem Tag. So viele, überall waren sie und so wuschelig. Am liebsten hätte ich mich zu ihnen dazu gesetzt. Okay, ich muss gestehen, ich kam ihnen auch wirklich sehr nahe, aber auch nur, weil sie ultra entspannt sind. Sie liessen sich von mir oder von irgendwem nicht stören. Das war traumhaft.

Danach gings weiter, wir mussten uns dann ein wenig beeilen, damit wir rechtzeitig oben auf der Bergspitze ankommen und die Aussicht nicht verpassen sollten. 1. zog der Nebel wieder zu und 2. es wurde früh dunkel. Auf dem Weg zum Ras Dashen fielen mir so schöne Pflanzen auf mit orange-gelben Köpfen und die wurden lustigerweise immer mehr, je höher wir stiegen. Zuvor waren die mir gar nicht aufgefallen. Da sagte Awoke mir, dass dies die Hochgebirgsblumen seien, sie nennen sich Fackellilien und sind eine besondere Art, denn es gibt viele aus der Familie der Fackellilien und manche kommen auch in tieferen Lagen vor. Diese aber würden nur hier oben wachsen. Und es kamen noch so viele Palmenartige Bäume dazu. Das sind aber keine Palmen, sondern Korkblütler. Sie heissen Schopfrosettenbäume (Lobelia rhynchopetalum) und man kann sehr genau erkennen, wann sie sich von den Lebenden Pflanzen verabschieden. Ein Horn wächst ihnen nach oben und wenn dieser wächst, sind sie bereit zu gehen. Das kann aber ca. 10 Jahre dauern, denn diese Hörner werden recht gross. Diese Bäume sind wie die schöne Blume nur im Hochland zu finden. Wir befanden uns hier etwa auf 3600m Höhe, aber wir wollten natürlich noch weiter rauf, am liebsten ganz nach oben. Tatsächlich kamen wir dann heile oben an und mussten dann noch ein ganzes Stück zu Fuss nach oben auf den Berg laufen. Das Schnaufen rechts und links war nicht zu überhören, auf 4500 Metern ist die Luft ganz schön dünn und wenn das der Körper noch nicht kennt, dann braucht er erstmal. Wir haben das dann aber recht gut gemeistert und wurden mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Es hat schon was, wenn man so weit oben ist, dem Himmel so nah, der Erde so fern und doch mitten in der Natur. Ich fühlte mich frei von allen Gedanken. Diesen Moment wollte ich mitnehmen, mit nach Hause, mit zu meinen Freunden und zu den Menschen, mit denen ich etwas zu tun habe. Ich denke bisher habe ich den Gedanken und das Gefühl noch im Herzen.

Der Magen fing langsam an zu knurren und wir machten uns auf den Weg zu unserem Mittagessen Spot, der sich allerdings als nicht so schön erwies. Also nicht so schön, damit kann ich ja fein, aber das Haus gehörte einigen Leuten, die auch darin schliefen. Für die Menschen dort ist das normal, für uns aber nicht, also entschieden wir uns im Stehen unsere nicht wirklich appetitlichen Brote zu essen und auf mittlerweile 4100 Metern Höhe dabei den Vögeln zuzusehen. Ein Adler kam vorbei und diese lustigen großschnabeligen Raben. Die schien unser Essen anzulocken. Na wenigstens einem schien das Essen zu schmecken 🙂

Beim Fahren auf diesen Straßen muss man schon achtsam sein, gerade nachts ist nirgends eine Beleuchtung und wenn es dann so nebelig ist wie an dem Tag, dann ist das wirklich sehr gefährlich! Unser Fahrer fuhr aber fein und brachte uns gesund zu unserem nächsten Ziel.

Was lustiges passierte aber gleich nachdem wir bei dieser lunch location losgefahren waren. Kurz vor einer Kurve sahen wir alle das Schild mit dem Hinweis auf den äthiopischen Wolf und das lustigste war, das der Wolf lebendig und echt ein paar Meter weiter zwischen den Bäumen und hinter den Sträuchern Schutz suchte. So ein lustiger Zufall!

Angekommen beim Wasserfall mussten wir erst ein paar Gesteinsbrocken überqueren und dann aber bot sich uns ein Anblick absoluter Sprachlosigkeit an. Schweigen, genießen und dabei der 530m langen Naturgewalt zuhören. In der Mitte flogen um die 10 Geier (White back vultures), die müssen riesig gewesen sein, sie sahen aus der Ferne schon so groß und majestätisch aus. Ich war echt hin und weg und bin es noch ehrlich gesagt, wenn ich daran denke. Diese Reise würde ich definitiv gerne wiederholen!

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Gonder, die Stadt der vielen Kaiser und Könige. Deswegen stand auch als erstes ein Besuch in den Schlössern an. Das ist wirklich verrückt, inmitten der Stadt ein Haufen an Burgen. Jeder Kaiser, der nach King Fasilides, auch King Fasil genannt, an die Macht kam, lies sich seine eigene Festung erbauen. So stehen heute 6 Festungen mitten in der Stadt mit einer Bibliothek und einem Löwengehege auch aufgrund der Salomonischen Dynastie. Natürlich mittlerweile ohne Löwen.

Zum letzten Bild habe ich noch eine lustige Geschichte, die der Guide dort erzählt hat… Ein chinesischer Tourist stand vor der Festung von Fasilides und fragte dann: „Ah, das ist also von KING Fasilides, aber wer war der KING NoSmo?“ 😆 😆 🤣 🤣 Verstanden? So lustig! Ich habe in der Tat ein paar Sekunden gebraucht, aber dann musste ich umso mehr lachen. Das gesamte Areal wurde im 2. Weltkrieg von den Italienern als Militärbasis genutzt und anschliessend von den Engländern zum größten Teil zerstört. Sie haben zwar viel nachgearbeitet, aber leider nicht so gut. Trotzdem bin ich froh, dass sie versuchen ihre Geschichte am Leben zu erhalten. Imposant ist das allemal!

Nach unserer Tour hatten wir auch schon ordentlich Hunger und glücklicherweise rechtzeitig im Restaurant „The Four Sister’s einen Tisch reserviert. Wirklich zum Glück, denn der Laden war voll und das zurecht, denn das Essen war so gut, dass ich weiteressen wollte, obwohl ich schon am Platzen war 😂 Den Kaffee bereitete die Kaffeefrau direkt am Tisch vor. Von mir aus hätte sie das gern woanders machen können, denn der ganze Rauch war meines Erachtens etwas zu viel. Aber gut, wenn das die Tradition ist dann soll es eben so sein, dachte ich mir letztlich. Leider schmeckte mir der Kaffee gar nicht. Ich probierte sogar die Variante mit dem Kräuterblatt (namens Tana’adem) aus, reintunken und trinken und dann würg, nix für mich, sorry. Aber dafür war alles essbare sehr deliziös.

Mit vollem Magen gings weiter in eine der abgefahrendsten (wenn man das so sagen darf, sorry falls nicht) Kirchen, die ich je gesehen habe. Erst gings durch eine Pforte auf das Grundstück, dann stand da mittendrin die orthodoxe Kirche, die leider im Krieg sehr stark zerstört wurde und leider nachdem Aufbau nicht mehr einem Oktogon glich. Drumherum viel grün. Die Kirche darf man nicht mit Schuhen betreten und auch sonst gibt es ein paar Regeln zu beachten. Ich habe extra ein Foto gemacht.

🙂

In der Kirche ist der Pfarrer, der einem dann versucht alles zu erklären. Sie haben Werkzeuge, die dazu dienen nachzuempfinden, was Jesus widerfahren ist. Überall, an jeder Wand und auch an der Decke sind Malereien. Alles handbemalt und sehr beeindruckend. Die Äthiopier malen ihre Gesichter und Köpfe immer auf die selbe Weise, so auch in dieser Kirche. Ich persönlich mochte den Anblick sehr. Es wirkte alles so gemütlich und beruhigend auf mich.

Am Nachmittag waren wir dann recht gespannt auf unsere nächste Bleibe in Bahir Dar, direkt am Tanasee. Als wir über den Fluss fuhren, der nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt war, sagte man uns, dass sich dort unterhalb der Brücke jede Menge Nilpferde aufhielten. Und jetzt kommts, der Fluss trägt den Namen „Blauer Nil“. Ja, jetzt fragt ihr euch sicher auch, ob der Blaue Nil was mit dem Nil zu tun hat. Hat er! Der Tanasee wird gespeist über verschiedene Flüsse und fliesst dann über in den blauen Nil, der wiederum verbündet sich mit dem „Weißen Nil“, der aus Uganda kommt und zusammen ergeben die beiden den „Nil“. Hier eine Grafik dazu.

Wie aus dem Blauen Nil und dem Weissen Nil der Nil wird

Das war der erste Teil, den nächsten poste ich auch bald. Ich habe zu all den Fotos auch noch einige Videos gepostet, die ich noch zusammenschneiden werde, aber dafür brauche ich noch ein bisschen Zeit.

Passt gut auf Euch auf und bleibt gesund!

Ende Teil 1 Äthiopien

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Wer bin ich eigentlich?

Mein Name ist Funda Vanroy. In München gross geworden und in der Welt zu Hause. Ja der der Spruch ist cheesy, aber er ist wahr. Ständig habe ich Fernweh, ich liebe mein zu Hause, aber ich liebe auch die Ferne. Wobei die Ferne sich für mich nicht durch die Entfernung definiert. Bevor ich nun aber gleich abdrifte, erstmal zu mir.

Ich bin 1977 geboren und habe in München, London und Berlin gelebt. Meine Eltern sind lustige Menschen, mit denen man Pferde stehlen kann. Mein Dad ist das was ich bin, ein Reisender. Von ihm habe ich das wohl abgeschaut 🙂

2002 habe ich beim TV angefangen und habe daraufhin Schauspiel gelernt, diverse Coachings für Moderationen absolviert und bin dann letztlich bei der Sendung Galileo gelandet. Ich bin weiterhin privat gereist, aber in Kombination mit meinen Reisen für die Beiträge waren das echt verrückte Jahre. Gut, dass meine Freunde echte Freunde sind und nie sauer waren, dass ich so oft einfach nicht da war. Danke an dieser Stelle!

Noch zu Beginn meiner Zeit bei Galileo haben mich die Zuschauer oft gefragt, wie es denn hinter den Kulissen sei, so habe ich begonnen meine GoPro ständig mit mir mitzuschleppen und alles mögliche zu filmen und anschliessend zu schneiden. Gleiches habe ich dann auch auf meinen privaten Reisen gemacht und irgendwie machte es mir echt Spass.

Ich bin also eine reiselustige und neugierige Person, die sich nicht von Kulturen oder Religionen aufhalten lässt. Ihr müsst wissen, meine Wurzeln sind in Italien, Aserbaidschan, der Türkei und Syrien, ich bin also selber schon sehr multikulti. Herrje, das macht sich gerne mal als Temperament bemerkbar *duckundweg 🙂

Glauben soll jeder an das was er will, ich glaub an ganz vieles. Für mich gibt es nicht das eine Buch oder den einen Glauben, denn ich bin der Meinung, dass wir nicht entscheiden, wo wir geboren werden und somit auch frei von diesen Gedanken sein sollten. Aber natürlich respektiere ich den Glauben eines jeden Einzelnen.

Ich halte mir nur immer vor Augen, dass es die Guten überall auf der Welt gibt, vollkommen unabhängig von ihrer Herkunft und dann gibt es die Anderen. Auch die kommen von überall.

Warum schreibe ich nun diesen Blog?

  • Weil ich Euch MEINE WELT durch MEINE AUGEN zeigen möchte
  • Weil ich finde, dass jeder schöne Bilder und gute Laune verdient hat

Schau also gern rein, wenn du gute Laune brauchst oder lächeln möchtest oder aber dich inspirieren lassen willst. Ich freue mich sehr über deinen Besuch!

Wer bist du?

Schreib mir gern, wer du bist, wie es dich hierher verschlagen hat und was du bereits erlebt hast. Ich erfahre so gerne etwas über die Abenteuer anderer Reisender!